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ISDN wird abge­schafft - Telekom stellt auf NGN um

ISDN, SDH und ATM werden abge­baut und müssen einer neuen Netz­werk­tech­no­logie weichen. Auf einer Veran­stal­tung der Deutschen Telekom in Leipzig wurde der aktu­elle Zeit­plan der Umstel­lung dieser Netze auf das “NGN” vorge­stellt. Was “NGN” bedeutet, welche Auswir­kungen die anste­hende Umstel­lung für Unter­nehmen bedeutet und welche tech­ni­schen Punkte zu beachten sind, soll dieser Artikel näher beleuchten.

Hinter­grund: Was ist das NGN?

Aktuell gibt es mehrere Netze für unter­schied­liche Dienste. Fern­seh­pro­gramme werden in Kabel­netzen trans­por­tiert, Tele­fon­ge­spräche in einem extra Tele­fon­netz über­tragen. Es gibt leitungs­ge­bun­dene Punkt-zu-Punkt-Verbin­dungen für Daten­aus­tausch und es gibt das, was wir als Internet bezeichnen: Ein paket­ver­mit­teltes Daten­netz, das eigent­lich alle Dienste über­tragen kann.
Die Deut­sche Telekom hat vor Jahren beschlossen, die unter­schied­li­chen Netze zu einem Netz zusam­men­zu­führen. Das bedeutet: Alle Dienste werden in einem Netz abge­bildet. Als Anwender verbindet man sich nur noch mit genau einem Netz und kann tele­fo­nieren, Fern­seh­pro­gramme genießen oder Internet-Anwen­dungen benutzen. Das ist das soge­nannte Next Genera­tion Network - kurz “NGN” (siehe auch Wikipedia:NGN).

Die Umstel­lung läuft schon

Dieser Wechsel zum NGN ist in vollem Gange. Der hier abge­bil­dete Zeit­plan beleuchtet nur die Zeit bis zur voll­stän­digen Umset­zung. Erste Schritte, wie die Umstel­lung der Tele­fonie am KVz (Kabel­ver­zweiger - hier werden die Kabel der Telekom in der Straße zusam­men­ge­fasst) oder in der Vermitt­lungs­stelle auf NGN und damit auf VoIP, sind bereits abge­schlossen. Als Endkunde bemerkt man davon wenig, da die herkömm­liche ISDN-Technik auf den “letzten Metern” immer noch funktioniert.

Terminplan der Telekom zur Umstellung auf NGN
Termin­plan der Telekom zur Umstel­lung auf NGN

Erläu­te­rung: Der Zeit­plan der Telekom

Die von der Telekom bereit­ge­stellte Graphik erläu­tert den schritt­weisen Umstieg auf das NGN. Darin darge­stellt sind die Produkt­klassen - also das, was man als Kunde nutzen kann -, die Platt­formen, die geän­dert oder abge­schaltet werden sollen und die Zeit­räume der Migra­tion, in denen ein Paral­lel­be­trieb vorge­sehen ist.

Die Platt­formen

Bis Ende des Jahres 2018 soll die ATM/GBE-Platt­form abge­schaltet werden. ATM war lange Zeit das etablierte Medium, um mittels einer Synchro­ni­sa­ti­ons­technik auf einer Leitung mehrere Dienste über­tragen zu können. Viele Unter­nehmen haben diese Platt­form genutzt und nutzen sie noch immer.
Eben­falls bis Ende 2018 soll das PSTN (->Wikipedia:PSTN), besser bekannt als das “Fest­netz”, abge­schaltet werden. Bis dahin sollen alle Anschlüsse auf IP-basierten Zugang umge­stellt werden.
Die SDH-Platt­form (->Wikipedia:SDH), eine eigent­lich sehr leis­tungs­fä­hige, synchrone Über­tra­gungsart, fällt dem Wechsel zu NGN eben­falls zum Opfer. Im Moment sind SDH-basierte Produkte sogar noch bestellbar, im Verhältnis zu Ethernet-basierten Produkten aller­dings deut­lich teurer.

Die Migra­tion

Die Migra­ti­ons­phasen für die einzelnen Platt­formen laufen schon oder sind fest geplant. Die Migra­tion der ATM-Netze ist bereits im Gange. Viele Kunden, die diese Platt­form nutzen, werden aktiv umge­stellt und bekommen Ange­bote, ihre Netze zu migrieren. Das Ende der Migra­ti­ons­phase fällt mit der Abschal­tung der ATM/GBE-Platt­form zusammen.
Für den Bereich “Fest­netz” sind zwei Migra­ti­ons­pfade vorge­sehen. Zum einen müssen die Netz­über­gänge zwischen den mitt­ler­weile zahl­reich vorhan­denen Anbie­tern (über 120 in Deutsch­land) von klas­si­scher Fest­netz­kopp­lung auf NGN-Kopp­lung umge­stellt werden, zum anderen muss sicher­ge­stellt sein, dass allen Kunden auch ein IP-fähiger Netz­zu­gang bereit­ge­stellt wird. Beson­ders Letz­teres ist eine große Heraus­for­de­rung, da Internet-Anschlüsse eben noch nicht überall in hinrei­chender Qualität verfügbar sind - man erin­nere sich an die Diskus­sionen um das Thema Breitbandausbau.
Die Migra­tion der SDH-Netze und der Carrier-Fest­ver­bin­dungen soll im Jahr 2016 beginnen und vier Jahre später abge­schlossen sein.

Ziel­pro­dukte

Hier sind die Produkt­platt­formen darge­stellt, welche die Telekom im NGN abbilden will.

Die Telekom zielt darauf ab, alle Anschlüsse bis 2020 auf IP-basierte Anschlüsse umzu­stellen (erster Zeit­strahl). Schon jetzt werden bei Privat­kunden, die ein VDSL-basiertes Enter­tain-Produkt bestellen, vorhan­dene ISDN-Anschlüsse durch IP-basierte Tele­fon­an­schlüsse ersetzt. Viele Kunden merken das nicht, da die mitge­lie­ferte Fritzbox einen ISDN-Port bereit­stellt. Im Geschäfts­kun­den­um­feld beginnen die Maßnahmen hier ebenfalls.
Im zweiten Zeit­strahl wird darge­stellt, wie die Fest­ver­bin­dungs­pro­dukte abge­löst werden. Dies soll eben­falls bis 2020 umge­setzt werden. Ab 2020 sollen dann nur noch VoIP-basierte Tele­fo­nie­lö­sungen ange­boten werden.

Tele­fonie: Auswir­kungen für Unternehmen?

Wichtig für Sie: ISDN wird bis 2018 abgeschafft!
Viele Unter­nehmen nutzen noch Tele­fon­an­lagen, die auf herkömm­li­chen ISDN-Anschlüssen (Anla­gen­an­schluss oder Primär­mul­ti­plex-Anschluss) basieren. Diese Anlagen dürften spätes­tens mit der Abschal­tung des ISDN-Netzes ihren Dienst quit­tieren. Abhilfe schaffen soge­nannte Medi­en­wandler, die auf der einen Seite ISDN bereit­stellen und auf der anderen Seite über einen ethernet-basie­renden Anschluss verfügen (siehe Abbildung).

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Weiter­nut­zung einer vorhan­denen TK-Anlage durch Einsatz eines Media-Gateways.

Wer hilft mir bei der Umstellung?

Spre­chen Sie den ITK-Dienst­leister Ihres Vertrauens an, um bereits jetzt das rich­tige NGN-Produkt auszu­wählen oder auch die rich­tige Schnitt­stelle für Ihre vorhan­dene TK-Anlage bereitzustellen.

Netze: Auswir­kungen für Unternehmen?

Wichtig für Sie: 

  • ADSL wird umgebaut. 
  • Vecto­ring wird ausgebaut.
  • SDH und ATM werden abgebaut.

Die Umstel­lung der Netze bedeutet nur für die Unter­nehmen Aufwand, die noch auf alte Verbin­dungs­technik setzen. Mitunter kann der notwen­dige Aufwand aber sehr groß werden. Soll zum Beispiel von einem SDH-basierten Netz mit synchroner Über­tra­gung der Daten auf ein IP-basiertes Produkt umge­stellt werden, dann ist beson­ders auf das Thema Band­brei­ten­ma­nage­ment Wert zu legen. Soll eine Standort­vernetzung abge­löst werden, muss beson­ders auf neue Anfor­de­rungen an die Netz­qua­lität geachtet werden.

Wer unter­stützt mich beim Umstieg?

Unser Rat: Um Probleme und Verzö­ge­rungen beim Umstieg zu vermeiden, sollten Sie auf ein in Sachen Standort­vernetzung erfah­renes Unter­nehmen setzen, das sich voll­um­fäng­lich um Ihre Umstel­lung kümmert - von der Konzep­tion mit Berück­sich­ti­gung Ihres Geschäfts­mo­dells über die Auswahl der geeig­neten Technik bis hin zu Reali­sie­rung und Betrieb.

Netz­neu­tra­lität: Auswir­kungen im NGN?

Netz­neu­tra­li­tiät: Logo

Das Thema “Netz­neu­tra­lität” gewinnt zuneh­mend an Aktua­lität. Ein Beispiel: Um Tele­fonie zu ermög­li­chen, müssen Sprach­daten im Netz mit möglichst glei­cher, kurzer Signal­lauf­zeit und garan­tierter Band­breite über­tragen werden. Um dies zu gewähr­leisten, muss mindes­tens ein Dienst im Netz prio­ri­siert werden. Kunden, die bisher ATM und SDH-Netze genutzt haben, konnten sich auf feste Lauf­zeiten und garan­tierte Band­breiten zwischen den Stand­orten verlassen. Um diese Garan­tien auch nach der Umstel­lung auf das NGN weiterhin geben zu können, müssen im NGN Prio­ri­sie­rungen geschaffen werden. Kunden, die entspre­chend prio­ri­sierte Produkte kaufen, müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten bevor­zugt trans­por­tiert werden. Andere Kunden, die zum Beispiel nur Stan­dard-DSL-Produkte nutzen, müssen sich mit dem begnügen, was das Netz an Band­breite zulässt.
Ein “Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft” ist in diesem Zusam­men­hang quasi vorprogrammiert.

Kommentar von NETHINKS-Geschäfts­führer Uwe Bergmann

“Der Umbau des Netzes der Telekom in Deutsch­land hin zu einem einheit­li­chen NGN ist eine logi­sche Konse­quenz. So muss für alle Dienste nur ein einziges Netz betrieben werden. Dennoch können viele Dienste - auch solche, die heute noch nicht exis­tieren - mit diesem Netz trans­por­tiert werden. Inso­fern ergeben sich für Kunden viele Vorteile. Natür­lich entstehen auch einige Nach­teile - beson­ders wegen des Aufwandes, der getrieben werden muss, um die neue Netz­werk­technik im Unter­nehmen voll nutzen zu können. Herkömm­liche TK-Anlagen brau­chen Gate­ways, um im NGN noch zu funk­tio­nieren, ATM-Verbin­dungen, die ersetzt werden, müssen im Bezug auf QoS und Band­brei­ten­prio­ri­sie­rung beson­ders behan­delt werden. Nicht zuletzt das Thema Netz­neu­tra­lität kommt in diesem Zusam­men­hang wieder auf den Tisch”.

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