OpenNMS-Konfe­renz OUCE 2015: Das ist neu!

Vom 28.September bis zum 1.Oktober fand die OpenNMS Users Confe­rence Europe in Fulda statt - also quasi direkt vor unserer Haustür. Hier trafen sich Entwickler und Nutzer, um sich über den aktu­ellen Stand und die zukünf­tige Entwick­lung des beliebten Moni­to­ring-Tools in Form von Vorträgen und lockeren Gesprä­chen auszu­tau­schen. Hier stellen wir ihnen die bedeu­tendsten Ände­rungen der kommenden Version und einen Ausschnitt der zukünftig zu erwar­tenden Erwei­te­rungen vor.

Neue Daten­bank: “Newts”

Mit der OpenNMS – Version 17.0.0 kommt Newts. Die auf dem Apache Cassandra Projekt basie­rende Daten­bank ist auf Schreib­zu­griffe spezia­li­siert und wird als Alter­na­tive für die Spei­che­rung der Perfor­mance-Daten in RRD-Dateien bereit­ge­stellt. “Newts” ermög­licht dadurch eine einfa­chere Verwal­tung der Perfor­mance-Daten. Durch Zwischen­spei­cher der gesam­melten Daten ist es Newts möglich, die Schreib­zu­griffe auf die Spei­cher­me­dien zu optimieren, was bei der herkömm­li­chen Verwen­dung von RRD-Dateien zu Perfor­mance-Problemen führen kann. Newts bietet zudem die Möglich­keit einer verteilten Instal­la­tion, sodass bei größeren Instal­la­tionen die Last auf mehrere Server verteilt werden kann.
Die alter­na­tive Nutzung von Newts und RRD-Dateien zur Spei­che­rung der Perfor­mance-Daten wird durch die Measu­re­ments-API ermög­licht, die bereits seit der OpenNMS-Version 16.0.0 zur Verfü­gung steht und auch als Schnitt­stelle für Grafana dient - eine Anwen­dung zur Anzeige von “Time Series”-Daten, die zukünftig das RRD-Graphing in OpenNMS ersetzen soll.
“Grafana” ist ab der OpenNMS–Version 16.0.0 nutzbar und ermög­licht das einfache Erstellen von Graphen aus der graphi­schen Ober­fläche heraus, wobei es auch möglich ist Perfor­mance-Werte mehrerer über­wachter Geräte in einem Graph anzu­zeigen. Auch die Zusam­men­fas­sung mehrerer Graphen zu Dash­boards ist aus der Ober­fläche heraus möglich. Hierbei sind die erstellten Graphen nicht statisch, statt­dessen ist es möglich einzelne Daten­quellen oder Gruppen aus- bzw. einzu­blenden. Zudem ist Grafana mandantenfähig.

Mit OpenNMS 18.0.0 kommt OpenNMS–Minions

Bei “OpenNMS-Minions” handelt es sich um kleine, flexible Java-Appli­ka­tionen, die Remote Data Collec­tion ermög­li­chen. Eine Remote Data Collec­tion ist aus mehreren Gesichts­punkten inter­es­sant, da hier­durch nicht nur das Sammeln von Perfor­mance-Daten in ansonsten unzu­gäng­li­chen Netz­werk­be­rei­chen ermög­licht wird, sondern auch nur die Ports für die Kommunikation der Minions mit dem OpenNMS-Server frei­ge­schaltet werden müssen. Norma­ler­weise wäre eine Frei­schal­tung aller Netz­werk­pro­to­kolle notwendig, die für das Sammeln der gewünschten Perfor­mance-Daten vom OpenNMS–Server aus notwendig sind.
Im Gegen­satz zu dem aktu­ellen Remote Poller werden die Minions zentral über die OpenNMS-Webober­fläche verwaltet. Das Konzept der Minions sieht einen dyna­mi­schen Aufbau vor, sodass die einzelnen Minion–Instanzen in ihrem Funk­ti­ons­um­fang ihrem Aufga­ben­be­reich ange­passt sind. So haben die Minions einen geringen Ressour­cen­be­darf und können in schlanken VMs oder auf kosten­güns­tiger Hard­ware betrieben werden. Der Einsatz von Minions redu­ziert zudem die Last auf dem OpenNMS-Server. Ein weiterer Vorteil, den die Minions mitbringen, ist das Zwischen­spei­chern der gesam­melten Perfor­mance-Daten, das eine unter­bre­chungs­freie Daten­samm­lung erlaubt - selbst dann, wenn die Verbin­dung zum OpenNMS–Server z.B. durch Netz­werk­stö­rungen oder einen Neustart von OpenNMS unter­bro­chen ist.
Während der OpenNMS Users Confe­rence Europe waren bereits die Data Collec­tion über SNMP und JMX umge­setzt und die Auswer­tung von SNMP Traps, Syslog Nach­richten, so wie ein Remote Network Disco­very in Arbeit. Für die Zukunft ist die Inte­gra­tion sämt­li­cher aktu­eller Data Collection–Mechanismen sowie das Ablösen des Remote Pollers durch Über­nahme der entspre­chenden Funk­tio­na­li­täten geplant. Außerdem ist eine Inte­gra­tion der Link Disco­very Funktionalität von OpenNMS in die Minions geplant. Das Konzept der Minions wird zudem noch inter­es­santer, wenn man berück­sich­tigt, dass zukünftig die Über­wa­chung von über­lap­penden IP-Adress­be­rei­chen reali­siert werden soll, da so -  bei geschicktem Einsatz - Netz­werke aus unter­schied­li­chen Perspek­tiven (Minion-Instanzen) über­wacht werden können.
Autor: Andreas Fuchs

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