KRITIS, NIS-2 & WAN-Vernetzung – Wie der Ernstfall verhindert werden kann

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Die IT-Infrastruktur von Organisationen der kritischen Infrastruktur (KRITIS) ist das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft. Ob Energieversorgung, Gesundheitswesen oder Transport – all diese Sektoren sind auf eine stabile und sichere Netzwerkinfrastruktur angewiesen. Ein Ausfall der IT-Infrastruktur kann weitreichende Folgen haben und beispielsweise zu Störungen in der Grundversorgung führen oder gefährliche Sicherheitslücken für Cyber-Attacken bieten. Deshalb hat auch der Gesetzgeber reagiert und die Anforderungen an Cyber-Sicherheit für die KRITIS mit der NIS-2-Richtlinie deutlich verschärft.

Bestimmte Unternehmen müssen seit dem Inkrafttreten der europäischen Richtlinie nachweisen, dass sie angemessene Maßnahmen ergriffen haben, um ihre Netzwerkinfrastruktur gegen Ausfälle und Angriffe abzusichern. Doch was passiert, wenn genau diese Infrastruktur versagt? Ein Angriff, eine Störung oder menschliche Fehler können den Betrieb des WAN (Wide Area Network) lahmlegen – und im schlimmsten Fall hohe wirtschaftliche Schäden und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In diesem Blog-Artikel erklären wir, welche Risiken bestehen, welche Folgen drohen und wie KRITIS-Organisationen ihr WAN so absichern, dass der Ernstfall gar nicht erst eintritt.

KRITIS & NIS-2: Was steckt dahinter?

Die zunehmende Digitalisierung macht Unternehmen effizienter, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich – insbesondere für KRITIS-Organisationen wie Energieversorger, Krankenhäuser oder Mobilfunkanbieter, die für die Aufrechterhaltung essenzieller gesellschaftlicher Funktionen verantwortlich sind. Ein Ausfall ihrer IT-Infrastruktur kann schwerwiegende Konsequenzen haben, von Versorgungsengpässen bis hin zu erheblichen Sicherheitsrisiken. Aus diesem Grund hat die Europäische Union 2022/23 die NIS-2-Richtlinie Richtlinie (Network and Information Security Directive 2) verabschiedet. Ziel der Richtlinie ist es, Sicherheitsrisiken zu minimieren und die Widerstandsfähigkeit gegen Cyber-Angriffe sowie technische Störungen zu stärken. NIS-2 verschärft die Sicherheitsvorgaben und verpflichtet bestimmte Unternehmen dazu, ihre IT- und Netzwerksicherheit deutlich zu verbessern. Eine sichere WAN-Vernetzung ist dabei vor allem für KRITIS-Unternehmen besonders wichtig, denn diese Technologie ermöglicht die standortübergreifende Kommunikation und den Zugriff auf zentrale IT-Dienste. Ein Ausfall des WAN oder eine Sicherheitslücke kann schwerwiegende Folgen haben, wie die Unterbrechung wichtiger Betriebsabläufe oder Angriffe auf kritische Systeme, wenn Cyber-Angreifer Schwachstellen im Netzwerk ausnutzen.

Cyber-Angriffe, Störungen & Co. – Die größten Bedrohungen für die WAN-Vernetzung

Deshalb fordert der Gesetzgeber von KRITIS-Unternehmen, dass ihre WAN-Verbindungen nicht zu einem Schwachpunkt werden, und schreibt eine robuste Netzwerkinfrastruktur vor, die Ausfallsicherheit, Redundanz und Sicherheitsmechanismen gewährleistet. Damit soll sichergestellt werden, dass die KRITIS besser vor den folgenden vier größten Bedrohungen für die WAN-Vernetzung geschützt ist:

  1. Cyber-Angriffe – Hacker nutzen immer raffiniertere Methoden, um Netzwerke zu infiltrieren und lahmzulegen. Dazu zählt beispielsweise Ransomware, die darauf abzielt, Daten oder Systeme zu verschlüsseln und von den betroffenen Unternehmen Lösegeld zu erpressen, um den Zugriff wieder freizugeben. Auch DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) können das WAN außer Betrieb setzen, indem Server durch massenhafte Anfragen überlastet werden.
    Lesen Sie hier unseren praktischen Leitfaden zur NIS-2-Richtlinie und einem smarten DDoS-Schutz.
  2. Technische Störungen – Doch nicht jeder WAN-Ausfall ist das Ergebnis eines Cyber-Angriffs – auch technische Defekte wie Hardware-Ausfälle, Softwarefehler oder Konfigurationsprobleme können kritische Systeme im WAN lahmlegen. Ohne robuste Redundanzlösungen und regelmäßige Wartung kann eine einzige Störung zu einer Kettenreaktion führen.
  3. Physische Risiken – Darüber hinaus können auch physische Ereignisse wie Stromausfälle, Naturkatastrophen oder die gezielte Sabotage von IT-Systemen oder Netzwerkkabeln das WAN-Netzwerk aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb ist es gerade für KRITIS-Unternehmen wichtig, physische Bedrohungen bei der Sicherheitsplanung zu berücksichtigen.
  4. Menschliche Fehler – Nicht zuletzt stellen auch menschliche Fehler eine unterschätzte Gefahr für das WAN dar. Häufige Fehler sind zum Beispiel Fehlkonfigurationen oder die gezielte Manipulation von Mitarbeitenden, um an Zugangsdaten oder interne Informationen zu gelangen. Ein unachtsamer Klick oder eine falsch gesetzte Berechtigung können im schlimmsten Fall den gesamten Betrieb gefährden.

Doch wie können sich Unternehmen und Organisationen der kritischen Infrastruktur gegen diese Bedrohungen schützen?

Präventive Maßnahmen I – Redundanz & Ausfallsicherheit

Für den Schutz der WAN-Vernetzung empfehlen unsere NETHINKS-Experten eine Reihe an präventiven Sicherheitsmaßnahmen. Die Kombination aus technischen Lösungen, Überwachungssystemen und geschultem Personal hilft dabei, Risiken zu minimieren und den Betrieb auch im Ernstfall aufrechtzuerhalten. Ein zentrales Element der IT-Sicherheitsstrategie ist die Redundanz: KRITIS-Unternehmen sollten darauf achten, Single Points of Failure zu vermeiden und auf Multi-WAN-Strategien zu setzen. Durch den Einsatz von SD-WAN (Software-Defined WAN) lassen sich Netzwerke intelligent steuern und Lasten dynamisch verteilen. Ergänzend sorgen Backup-Systeme – beispielsweise durch parallele Internetanbindungen oder Mobilfunk-Fallbacks – für eine alternative Verbindung, falls eine Hauptverbindung ausfällt. Neben der Redundanz spielen auch effektive Sicherheitsmaßnahmen eine entscheidende Rolle: So stellt der Zero-Trust-Ansatz sicher, dass keine Verbindung als sicher gilt, sondern jede Interaktion im Netzwerk kontinuierlich geprüft wird. Virtual Private Networks (VPNs) ermöglichen zudem eine sichere, verschlüsselte Kommunikation zwischen Standorten.

 

Präventive Maßnahmen II – Monitoring, Notfallpläne & Mitarbeiterschulungen

Weitere wichtige Maßnahmen sind Monitoring und Frühwarnsysteme. Denn eine Echtzeit-Überwachung des Netzwerkverkehrs hilft, ungewöhnliche Aktivitäten oder erste Anzeichen eines Angriffs zu erkennen, bevor größerer Schaden angerichtet wird. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kann ein Vorfall nicht immer verhindert werden – daher ist es ebenfalls entscheidend, gut auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Notfallpläne und Incident-Response-Strategien sind wichtig, um schnell und strukturiert auf Sicherheitsvorfälle zu reagieren. Doch selbst die beste Technologie kann nur dann effektiv sein, wenn die Menschen, die sie nutzen, entsprechend geschult und vorbereitet sind. Schulungen und die Sensibilisierung für Cyber-Sicherheit spielen deshalb eine zentrale Rolle, um Sicherheitslücken durch menschliche Fehler zu minimieren.

 

Fazit

Die Sicherheit der WAN-Vernetzung ist für KRITIS-Unternehmen nicht nur eine technische Herausforderung, sondern eine notwendige Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb kritischer Infrastrukturen. Die zunehmende Bedrohung durch Cyber-Angriffe, technische Störungen, physische Risiken und menschliche Fehler zeigt, wie verwundbar neue Technologien sind. Mit der NIS-2-Richtlinie hat die Europäische Union klare Anforderungen definiert, die Organisationen nicht nur zur Erhöhung der Sicherheitsstandards verpflichten, sondern auch einen proaktiven Ansatz zur Risikominimierung fordern. Ein sicherheitsorientiertes WAN-Management, das die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie erfüllt, setzt auf Redundanz, starke Sicherheitsmaßnahmen, kontinuierliches Monitoring und gut geschulte Mitarbeiter. Mit einer durchdachten Kombination dieser Maßnahmen können KRITIS-Unternehmen ihre WAN-Vernetzung zuverlässig absichern und das Risiko von IT-Ausfällen oder Cyber-Angriffen erheblich reduzieren.

 

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Kosten? Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei.

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