NETHINKS erweitert sein Netzwerk-Portfolio um einen neuen Übertragungsweg: Mit der LEO-Technologie von Eutelsat OneWeb bieten wir eine stabile Netzwerkanbindung über unseren Partner Hughes Network Systems Europe an, die unabhängig von klassischen terrestrischen Leitungswegen arbeitet. Ab sofort können NETHINKS-Kunden per Satellit angebunden werden, um bestehende Internetverbindungen mit Glasfaser, DSL oder Mobilfunk mit einer zusätzlichen Redundanzebene zu ergänzen.
Wie die LEO-Technologie genau funktioniert, wie sich LEO von Satellitenprodukten für Privatkunden unterscheidet, welche Vorteile sie für Unternehmen bietet und wie Sie LEO in Ihrem Unternehmen einsetzen können, erfahren Sie in diesem Blog-Artikel.
Keyfacts – Alles Wichtige zur LEO-Technologie auf einen Blick
- LEO ergänzt Glasfaser, DSL oder Mobilfunk um eine unabhängige und satellitengestützte Redundanzebene.
- Die Satelliten von Eutelsat OneWeb befinden sich in nur rund 1.200 Kilometern Höhe und ermöglichen dadurch deutlich geringere Latenzen als klassische geostationäre Satelliten.
- LEO eignet sich als Backup-Verbindung und primärer Internetanschluss für schlecht angebundene Standorte sowie für mobile Einsatzbereiche.
- Aktuell bieten wir bei NETHINKS neben Bandbreiten von 50/10 Mbit/s und 100/20 Mbit/s auch Volumentarife an.
- Die Integration von LEO in ganzheitliche SD-WAN-Konzepte ist möglich, um bei einem Leitungsausfall automatisch auf den satellitengestützten Übertragungsweg zu wechseln.
Wie funktioniert die LEO-Technologie von Eutelsat OneWeb?
LEO steht als Abkürzung für ‚Low Earth Orbit‘, was die Funktionsweise treffend beschreibt. Denn im Gegensatz zu klassischen geostationären Kommunikationssatelliten, die sich etwa 36.000 Kilometer über der Erde befinden, nutzt Eutelsat OneWeb eine Konstellation aus 600 Satelliten in nur rund 1.200 Kilometern Höhe. Anders als geostationäre Satelliten befinden sich die LEO-Satelliten vergleichsweise nah an der Erde und damit auch nah an ihren Nutzern. Durch die geringere Flughöhe verkürzt sich der physikalische Übertragungsweg deutlich. Gleichzeitig sorgt das koordinierte Netz aus 600 Satelliten für eine stabile Verbindung und eine Verfügbarkeit von mehr als 99%.
Wie sich LEO von privaten Satelliten-Verbindungen unterscheidet
Eutelsat OneWeb hat LEO ausdrücklich für Enterprise-Anwendungen konzipiert und die Technologie so ausgerichtet, dass die Kapazitäten ausschließlich für Unternehmensanwendungen vorgesehen sind und keine ‚Übertragungskonkurrenz‘ mit dem typischen Datenverkehr aus dem privaten Bereich entsteht. Auch die Verschlüsselung und das Routing unterscheiden sich von privat genutzten Satelliten-Verbindungen: Wesentliche Bestandteile des Sicherheitskonzeptes sind eine USIM-basierte Verschlüsselung und eine strategische Routing-Logik, die den Datenverkehr gezielt zur jeweils passenden Access Exchange Platform (AEP) führt. Durch die definierten Übergabepunkte und kontrollierbaren Verkehrswege, die daraus entstehen, wird aus LEO mehr als nur ein „Internetzugang über eine Satellitenschüssel“ – die Technologie wurde eigens entwickelt, um professionelle Unternehmensnetzwerke mit einer sicheren und hoch verfügbaren Verbindung zu versorgen.
Welche Vorteile bietet die LEO-Technologie?
Der größte Vorteil von LEO: Durch die wesentlich geringere Entfernung sind bei LEO-Verbindungen deutlich geringere Latenzen vorhanden als bei klassischem Satelliteninternet, wie man es bisher aus dem Privatkundenbereich kennt. Die geringen Latenzen und die hohe Verfügbarkeit machen LEO damit nicht nur für abgelegene Standorte wie z.B. Baustellen oder Niederlassungen im ländlichen Bereich interessant, sondern eignen sich auch für ‚normale‘ Anwendungen im digitalen Unternehmensalltag. Doch wo bietet die LEO-Technologie einen echten Mehrwert für Unternehmen?
- Unabhängiger Backup-Weg für Business Continuity: Besonders spannend ist der Einsatz von LEO für die Redundanz bestehender Standortanbindungen. Denn die Satellitentechnologie kann mit bestehenden terrestrischen Internetanbindungen wie Glasfaser, DSL oder Mobilfunk (LTE/5G) kombiniert werden, um bei möglichen Ausfällen ein unabhängiges Backup zu bieten. Wenn bspw. Glasfaser als primäre Verbindung durch einen lokalen Kabelschaden oder eine technische Störung ausfällt, kann in diesem Fall auf das vom Ausfall unabhängige LEO-Netzwerk zugegriffen und so eine zusätzliche Ebene der Redundanz geschaffen werden. Insbesondere für kritische Unternehmensstandorte oder Organisationen aus der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) bietet die satellitengestützte Redundanz einen erheblichen Vorteil mit Blick auf die Ausfallsicherheit.
- Primäranbindung für schwer erreichbare oder neue Standorte: Baustellen, Windparks, landwirtschaftliche Anlagen, abgelegene Betriebsstätten oder temporäre Projektbüros liegen meist außerhalb leistungsfähiger Fest- oder Mobilfunknetze. In diesen Fällen kann das stabile LEO-Satelliteninternet als primärer Zugang für Cloud-Dienste, Videokonferenzen, Datenübertragung oder IoT-Anwendungen genutzt werden. Ein weiterer Anwendungsfall betrifft die kurzfristige Anbindung von neuen Standorten, wenn Glasfaser oder DSL zu Beginn noch nicht zur Verfügung stehen und möglicherweise einige Monate bis zur Bereitstellung auf sich warten lassen. LEO ist hingegen sehr schnell einsatzbereit.
- Vernetzung mobiler Einheiten: Die LEO-Technologie ist grundsätzlich nicht auf den stationären Einsatz begrenzt. Denn mit speziellen Terminals kann das Satelliteninternet auch auf Fahrzeugen oder Schiffen und in Flugzeugen empfangen werden und eignet sich deshalb z.B. für Logistikunternehmen, Einsatzkräfte, maritime Betriebe, die Luftfahrt und KRITIS-Organisationen.
Durch seine Stabilität, die geringeren Latenzen und die schnelle Verfügbarkeit ist LEO damit für zahlreiche Anwendungsfälle geeignet, um eine kontinuierliche Netzwerkverbindung und die Business Continuity zu gewährleisten.
So nutzen Sie LEO in Ihrem Unternehmen
Durch die Zusammenarbeit mit unserem neuen Vertragspartner Hughes Network Systems Europe können wir LEO für unsere NETHINKS-Kunden ab sofort mit zwei Bandbreiten bereitstellen:
- 50 Mbit/s Download | 10 Mbit/s Upload
- 100 Mbit/s Download | 20 Mbit/s Upload
Darüber hinaus bieten wir zusätzlich Volumentarife über entsprechende Overage-Optionen an, um das Produkt an den tatsächlichen Datenbedarf eines Standortes anzupassen. Doch für uns ist LEO mehr als nur ein eigenständiges Produkt. Vielmehr wollen wir unser Portfolio mit der Technologie um eine weitere unabhängige Redundanzebene erweitern und die LEO-Satellitenverbindung in ganzheitlich gedachte SD-WAN-Konzepte integrieren: Fällt die primäre Hauptverbindung (z.B. Glasfaser oder DSL) aus, kann der Datenverkehr automatisch auf die Satellitenverbindung wechseln. Geschäftskritische Anwendungen bleiben so erreichbar, während Datenübertragungen, die als weniger wichtig definiert werden, bei Bedarf eingeschränkt werden. Dieser Ansatz passt zu unserem Anspruch, Vernetzung nicht als einzelne Leitung, sondern als zuverlässige Infrastruktur zu betrachten.
Fazit
Mit der LEO-Technologie erweitern wir unser Netzwerk-Portfolio um einen Übertragungsweg, der unabhängig vom lokalen Festnetz und Mobilfunk funktioniert. Damit eignet sich LEO nicht nur für schwer erreichbare oder neue Standorte, sondern insbesondere als zusätzliche Absicherung für bestehende Unternehmensnetzwerke mit kritischen Anwendungen. In Kombination mit SD-WAN lässt sich die Satellitenverbindung von Eutelsat OneWeb intelligent in vorhandene Netzwerkstrukturen integrieren und bei einem Ausfall automatisch als Backup nutzen. Gemeinsam mit unserem Vertragspartner Hughes Network Systems Europe können wir unseren NETHINKS-Kunden damit eine zusätzliche Option bieten, ihre Standortvernetzung resilienter aufzustellen und die Business Continuity zu stärken.
Sie möchten wissen, ob LEO für Ihre Standorte geeignet ist? Unsere NETHINKS-Experten sind gerne persönlich für Sie da.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur LEO-Technologie
Wie schnell ist die LEO-Verbindung bei NETHINKS?
NETHINKS bietet die LEO-Anbindung aktuell mit 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload sowie mit 100 Mbit/s im Download und 20 Mbit/s im Upload an. Zusätzlich stehen Volumentarife mit Overage-Optionen zur Verfügung.
Kann LEO als Backup für eine Glasfaser- oder DSL-Leitung eingesetzt werden?
Ja. Gerade darin liegt ein wichtiger Vorteil der Technologie. Da die Verbindung über Satelliten und damit unabhängig vom lokalen Kabelweg erfolgt, kann LEO bestehende Glasfaser- oder DSL-Leitungen ergänzen. In Verbindung mit SD-WAN kann bei einem Ausfall automatisch auf LEO gewechselt werden.
Für welche Unternehmen und Standorte eignet sich LEO?
LEO eignet sich besonders für Unternehmen mit hohen Anforderungen an die Ausfallsicherheit sowie für Standorte, die nur eingeschränkt über Fest- oder Mobilfunknetze erreichbar sind. Dazu zählen z.B. Baustellen, Windparks, abgelegene Betriebsstätten, KRITIS-Organisationen oder neue Niederlassungen. Auch der mobile Einsatz von LEO ist möglich.
Ersetzt LEO eine klassische Internetverbindung?
Das hängt ganz vom jeweiligen Einsatz ab. An schwer erreichbaren oder neu eröffneten Standorten kann LEO als primäre Internetverbindung eingesetzt werden. In bestehenden Unternehmensnetzwerken sehen wir die Technologie vor allem als Ergänzung zu Glasfaser, DSL oder Mobilfunk. So entsteht ein zusätzlicher, unabhängiger Übertragungsweg, der die Ausfallsicherheit deutlich erhöht.
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