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Eine Großstörung im Telekom-Netz im Raum Düsseldorf stellte Anfang Juni zahlreiche Internetverbindungen in der Region vor Herausforderungen. Dank konsequent geplanter Redundanzen blieben die Auswirkungen für die meisten NETHINKS-Kunden jedoch minimal: Lediglich drei nicht redundant ausgelegte Anschlüsse waren für rund zweieinhalb Tage beeinträchtigt. In diesem Blog-Artikel erläutern wir den Hintergrund der Störung, zeigen auf, welche Auswirkungen sie auf unsere Infrastruktur hatte, und erklären, wie sich Unternehmen mit geeigneten Redundanzkonzepten wirksam gegen vergleichbare Ereignisse absichern können.

Was ist passiert?

Am 3. Juni 2026 kam es gegen 8 Uhr im Großraum Düsseldorf zum Ausfall einer wichtigen Datenleitung, die aus mehreren Glasfasern besteht. Zunächst wurde vermutet, dass Bauarbeiten die Ursache seien. Im weiteren Verlauf stellte sich jedoch heraus, dass an mehreren Stellen auf die Datenleitungen eingewirkt worden war und umfangreiche Reparaturen im Bereich einer schwer zugänglichen Brücke erforderlich wurden. Hierfür mussten betroffene Kabelstränge aus den Schächten zurückgezogen, neu eingeblasen und anschließend an vielen hundert Glasfasern neu gespleißt werden. Aufgrund des Umfangs der Arbeiten nahm die Entstörung entsprechend viel Zeit in Anspruch.

Auswirkungen auf NETHINKS und unsere Kunden

Von der Störung betroffen war auch eine Zuführung zum NETHINKS-Backbone in einem Düsseldorfer Rechenzentrum, über die rund zwanzig Kundenanschlüsse angebunden sind. Für den überwiegenden Teil unserer Kunden blieb der Vorfall jedoch praktisch ohne Auswirkungen, da sie sich für eine redundante Anbindung entschieden hatten und diese wie vorgesehen funktionierte. Lediglich drei nicht redundant ausgelegte Anschlüsse waren während der Entstörung für rund zweieinhalb Tage beeinträchtigt. Unser Anschluss war am 5. Juni um 15:30 Uhr wieder vollständig verfügbar; die offizielle Abschlussmeldung der Telekom folgte rund 15 Stunden später am Morgen des 6. Juni. Der Vorfall hat eindrucksvoll bestätigt, dass die Redundanzkonzepte unseres Backbones auch bei außergewöhnlichen Großstörungen ihre Schutzwirkung zuverlässig entfalten.

Welche Lösungen gibt es, um sich gegen Störungen abzusichern?

Der Vorfall im Raum Düsseldorf hat erneut gezeigt, wie wichtig eine passende Redundanz für geschäftskritische Internetanbindungen sein kann. Dabei gilt: Redundanz ist nicht gleich Redundanz. Je nach Anforderungen an Verfügbarkeit, Budget und Risikobewertung stehen unterschiedliche Konzepte zur Verfügung, die sich sowohl hinsichtlich ihrer Ausfallsicherheit als auch ihrer Kosten deutlich unterscheiden.

  • Redundanz über Long Term Evolution (LTE) – LTE stellt den kostengünstigsten Einstieg in eine Backup-Lösung dar. Im Störungsfall können damit häufig die wichtigsten Dienste weiter betrieben werden. Aufgrund der begrenzten Bandbreite und der schwankenden Übertragungsqualität eignet sich LTE jedoch in erster Linie zur Überbrückung grundlegender Kommunikationsanforderungen.
  • Redundanz über Fiber to the home (FTTH) oder Digital Subscriber Line (DSL) – Eine zweite Anbindung über FTTH oder DSL bietet in vielen Fällen eine deutlich leistungsfähigere Alternative zu LTE. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweilige Technologie am Standort verfügbar ist. Da FTTH- und DSL-Anschlüsse in der Regel über getrennte Netzinfrastrukturen bereitgestellt werden, bieten sie bereits einen guten Schutz gegen viele Ausfallszenarien.
  • Redundante Zuführung aus unterschiedlichen Rechenzentren auf einen Abschlusspunkt Linientechnik (APL) – Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Glasfaseranschluss gleichzeitig aus zwei unterschiedlichen Rechenzentren bereitzustellen. Dadurch bleibt die Anbindung auch dann verfügbar, wenn es zu einer Störung innerhalb der Backbone-Infrastruktur eines Providers kommt. Lokale Ereignisse, beispielsweise eine Beschädigung der Leitung unmittelbar vor dem Gebäude, können durch dieses Konzept jedoch nicht vollständig abgesichert werden.
  • Zwei APL mit zwei Endgeräten und Services, die in unterschiedlichen Rechenzentren terminieren – Durch zwei voneinander unabhängige Hausanschlusspunkte (APL), separate Endgeräte und redundante Services lässt sich die Verfügbarkeit nochmals deutlich erhöhen. Auch hier bleibt als wesentliches Restrisiko eine gleichzeitige lokale Beschädigung beider Zuführungen, etwa durch Tiefbauarbeiten im direkten Umfeld des Gebäudes.
  • Zwei APL in kanten- und knotendisjunkter Bauweise – Diese Variante stellt die höchste Ausbaustufe einer redundanten Anbindung dar. Sämtliche Leitungswege und Netzknoten werden vollständig voneinander getrennt realisiert. Der bauliche und finanzielle Aufwand ist entsprechend hoch, gleichzeitig bietet dieses Konzept jedoch das größtmögliche Maß an Verfügbarkeit. Selbst größere Netzstörungen lassen sich damit in den meisten Fällen ohne Auswirkungen auf den Betrieb überstehen.

Mit jeder Ausbaustufe steigen die Investitionskosten, gleichzeitig sinkt jedoch das Risiko eines Ausfalls erheblich. Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht, welche Redundanz technisch möglich ist, sondern welche wirtschaftlich sinnvoll ist. Maßgeblich ist dabei die Bewertung der Auswirkungen eines möglichen Internetausfalls auf das eigene Unternehmen. Auf dieser Grundlage lässt sich die passende Redundanzstrategie auswählen.

Auch die aufwändigste Infrastruktur kann außergewöhnliche Ereignisse nicht vollständig ausschließen. Ziel professioneller Redundanzkonzepte ist daher nicht, jeden Ausfall unmöglich zu machen, sondern seine Eintrittswahrscheinlichkeit und seine Auswirkungen so weit wie möglich zu reduzieren.

Fazit

Die Großstörung im Raum Düsseldorf hat gezeigt, dass selbst moderne Telekommunikationsnetze nicht vor Ausfällen geschützt sind. Entscheidend ist dabei nicht, ob eine Störung eintritt, sondern wie gut ein Unternehmen darauf vorbereitet ist. Für die meisten unserer Kunden blieb der Vorfall nahezu unbemerkt, weil die vorhandenen Redundanzkonzepte für genau solche Szenarien ausgelegt sind und zuverlässig funktioniert haben. Gleichzeitig gibt es keine pauschale Lösung für maximale Ausfallsicherheit: Die optimale Redundanz hängt immer auch von den individuellen Anforderungen und der geschäftlichen Risikoabschätzung eines Unternehmens ab. Wer auf eine hochverfügbare IT-Infrastruktur angewiesen ist, sollte sich grundsätzlich und frühzeitig mit der Frage beschäftigen, welche Folgen ein möglicher Ausfall für das eigene Unternehmen hat und welche Maßnahmen sinnvoll sind, um dieses Risiken zu minimieren.

Sie haben Fragen zur Ausfallsicherheit ihrer Internetverbindung oder wollen ihre Leitung mit einer redundanten Bauweise absichern? Unsere NETHINKS-Experten beraten Sie gerne persönlich und finden gemeinsam mit Ihnen heraus, welche Redundanzlösung zu Ihren Anforderungen und zu Ihrem Budget passt.

 

 

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